Yokohama, 9.10.

Tags drauf war irgendein Feiertag (ich habe vergessen welcher, aber auf jeden Fall war frei) und Marie-Pierre, Marcus und ich sind nach Yokohama gefahren. Immerhin die zweitgroesste Stadt in Japan - nach Tokyo, aber das kannten wir ja schon. Muss man ja mal gesehen haben. Aber irgendwie haben wir nicht sonderlich viel von Yokohama gesehen. Also wir haben schon sehr viel gesehen, aber nur aus der Ferne. Als erstes nach unserer Ankunft im Bahnhof sind wir zum "Landmark-Tower" gelaufen und sind auf die Aussichtsplattform gefahren, immerhin die hoechste in Japan. Vor dort konnte man sehr viel von Yokohama, dem beruehmten Hafen, Tokyo und auch den Fujisan sehen. Hinaufgebracht hat uns der schnellste Aufzug der Welt, fuhr zwischendurch 750 Meter die Minute. Allerdings nur ein paar Sekunden lang, den Rest der Strecke hat er fuer Anfahren und Bremsen gebraucht. Ich bezweifle etwas dass sich das lohnt, aber egal, ist irgendwie trotzdem ein tolles Gefuehl. Von dort oben haben wir auch einen Vergnuegungspark gesehen, der alsdann ein kleiner Umweg auf unserem Weg durch Yokohama werden sollte. Dass sich dieser kleine Abstecher letzlich als Rest des Tages herausstellen sollte war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, aber nachher hat sich der Weg zu und durch China-Town nicht mehr gelohnt.

Dafuer gab es in jenem Vergnuegungspark einiges.... zum Beispiel die "Ice-World", ein recht kleines Haus mit dicken Tueren und Waenden, und im inneren -30 Grad. Da an sich Sommer war waren wir natuerlich nur in kurzen Hosen und T-Shirt da. War schon sehr kalt da. Also innen war nicht nur kalt, es war auch viel Eis da, ausgetopfte Eisbaeren, Robben, Pinguine, Schneefuechse und -hasen und was man sonst noch so in Arktis/Anktarktis finden kann. Und Figuren aus IceAge, die aus Eis geschnitzt waren.

Marcus und Marie-Pierre sind noch irgendwas schlimmes gefahren, dass ich nicht wollte, und haben mich danach auf eine schreckliche Achterbahn genoetigt. Als ich sie beim Anstehen dauernd hab fahren (und alles wackeln sehn) dachte ich kurz daran einfach wegzurennen, aber hinter uns waren schon viele Leute und die beiden haben aufgepasst. Letzlich war es dann doch nicht so schlimm, ich habe ja ueberlebt und war gluecklich es heil ueberstanden zu haben. Zwischendurch noch Autorennen, DanceDanceRevolution (natuerlich) und etwas Essen, da war die Zeit recht schnell rum.

Auf dem Heimweg haben wir dann noch ueber das deutsche Oktoberfest geschaut....war fast niemand da, 3 muede gestallten und die angestellten hinter einer Zapfanlage. Ausserdem ein paar Biertische und -baenke aufgestellt. Ich war zwar noch nie auf dem Oktoberfest, aber irgendwie stell ich es mir anders vor (aber gut, dem Fernsehen darf man ja nicht trauen).


Kamakura, 8.10.

Kamakura ist eine kleine Stadt etwa anderthalb Stunden suedlich von Tokyo und liegt in der landschaftlich sehr schoenen Sagami-Bucht am Meer. Kamakura war irgendwann mal Hauptstadt (ca. 12. Jahrhundert), und in der Zeit wurden innerhalb und in dem umliegenden Bergen etwa 80 Tempel und Schreine gebaut, etliche davon zaehlen Japanern nach zu den schoensten Japans. Und ich muss sagen, auch wenn ich bei weitem nicht alle Schreine und Tempel Japans kenne, sind hier doch auffallend schoene dabei. Da wir (Patrizia, Ulli, Torsten und ich) von Stadt an sich genug haben (Tokyo ist schliesslich nicht grade klein), wollen wir vor allem die Berge sammt Anlagen rund um die Stadt erkunden. Tosten hat mithilfe seiner Erinnerungen seines letzten Aufenthaltes und einem guten Reisefueher eine Tour ausgearbeitet - danke nochmals! Blendendes Wetter hatten wir auch - dank an Petrus und den japanischen Wettergott, dessen Namen ich leider nicht weiss.

Wir steigen Nord-Kamakura aus und besichtigen zuerst die "Engakuji" Tempelanlage. Vielleicht liegt es daran dass es die erste derart grosse Anlage ist die ich besuche, aber es ist unglaublich eindrucksvoll. Wir verbringen fast 2 Stunden nur hier, bestaunen all die Gebaeude, die Reliquienhalle zum Beispiel ist noch Original von der Gruendung des Tempels aus dem Jahre 1282. Kaum zu glauben, wie die damals schon bauen konnten. Aber nicht nur Gebauede, auch die Tempelglocke ist ueber 700 Jahre alt. Und die Herstellung verwand Techniken, die heute in Vergessenheit geraten ist, wie Torsten herausgefunden hat ;-)

Danach folgen wir einem Wanderweg der ueber viele weitere (kleinere) Tempelanlagen zum "Daibutsu", dem grossen Budda (siehe Bild), fuehert. Die Route verlaesst sehr schnell bebautes Gebiet (was wir sehr gut finden) und geht durch den Wald....mit herrlichen Ausblicken, unter anderem ist auch der Fujisan zu sehen....erstaunlich eigentlich, in Deutschland dachte ich noch "die spinnen, die Japaner, bloss weil man nen Berg sehen kann, Berge gibt es doch viele in Japan. Kaum ein paar Wochen hier beginne ich den Ausblick auf ihn selber zu geniessen.
Noch ein bisschen spaeter verlaesst unsere Tour auch befestigte Wege und folgt mehr oder weniger Trampelpfaden (was wir ebenfalls sehr gut finden) Ist kein Geheimniss dass ich aus einem Dorf komme und Wald mag ... Der Daibutsu, das Zwischenziel unserer Reise, ist mit seinen 13 Metern Hoehe und 121 Tonnen Gewicht die zweitgroesste Buddastatue Japans - wobei uns nicht erklaert wurde ob jetzt Masse oder Hoehe verglichen wurde. Macht aber auch nichts, so oder so ein toller Anblick.

Alle Tempel und Schreine dazwischen erspare ich euch mal in der Beschreibung, aber wer auch immer mal hier in die Gegend kommt sollte sich unbedingt die Landschaft anschauen, es ist mehr als empfehlenswert.

Am fruehen Anbend dann erreichen wir Kamakura(-stadt) und den dazugehoerigen Strand. Meer an sich ist ja immer wieder eindrucksvoll, das Staedtchen selber hat viele kleine, alte Haeuser (und Tempel) und liegt in der schon benannten Bucht - ein schoener Anblick, ein krasser Gegensatz zur Metropole Tokyo. Langsam allerdings schwindet die Besichtigungslust, statt dessen macht sich Hunger breit. Nach kurzem Verlaufen finden wir ein nettes Restaurant und essen ‚¨D‚ÝÄ‚« (okimijaki), haeufig als "japanischer Pfannkuchen" ueberstetzt. Normalerweise darf man dass am Tisch selber zubereiten und braten (auf extra im Tisch eingelassenen Platten), leider war dass hier nicht so. Oder sie haben uns als Nicht-Japaners dass einfach nicht zugetraut. Oder nicht zumuten wollen. Lecker wars trotzdem.


Tokyo, 6. Dezember

So, ich bin zurueck vom Aikido .... schlechte Ausrede, ich weiss. Aus gegebenem Anlass habe ich mich entschlossen den Abschnitt "Aktuelles" fortan "Berichte" zu nennen. Entschuldigung, ich werde mein Bestes geben mich zu bessern. Ich habe jetzt ja auch erstmal keine Sprachschule mehr, werde mich also ransetzten - nachfolgend nachtraegliche Berichte...


Tokyo, 18. Oktober

Soo, der erste lang ersehnte Bericht aus Tokyo. Da ich jetzt einen Rechner habe, werde ich all die Zeit in der hier nichts passiert ist nachholen....ich fang einfach vorne an:

Montag, 28.August

Das Packen ist fast fertig, nur noch ein paar Kleinigkeiten und das Handgepaeck. Und hoffen das es nicht zu schwer wird, aber zumindest nach unserer Waage passt es recht genau. Naja, wird sich am Flughafen klaeren ob das alles so funktioniert wie ich mir das gedacht habe, mit der Gitarre als zusatzliches Handgepaeck und so.

Nach dem Fruehstueck dann hat mich Esther abgeholt um mich zum Bahnhof zu fahren. Nach (zum Glueck) nicht zu langer Verabschiedung - ohne Traenen - gings dann los. Natuerlich waren wir viel zu frueh, da man ja immer eventuelle Staus miteinplant, so das wir noch Zeit fuer einen Kaffee und ein paar Muffins hatten. ICE fahren macht Spass - knapp 40 Minuten spaeter war ich von Siegburg aus im Flughafen Frankfurt. Unterwegs mal die Porsches und BMWs auf der (unbegrenzten) A3 ueberholt, und dabei selber in totaler Ruhe, da wackelt nix im Zug - tolles Gefuehl.

Dann Flughafen. Ich hatte natuerlich keine Ahnung wie es da aussieht, was ich alles tun mus und was nicht und so weiter.....also alle Sachen mitnehmen und los gehts. Total ueberladen (ein Koffer, ein grosser Rucksack, eine Gitarre, ein kleiner Rucksack und noch eine Jacke und ein Pullover extra, weil ja auch das Handgepack eine Gewichtsbegrenzung hat) komm ich dann irgendwo im Flughafen an, aber es gibt ja Schilder. Terminal 1, das wuset ich, und das finden ist auch nicht so schwer. Aber dann? Alitalia ist keine so grose Airline wie Lufthansa, die einfach mal naeherungsweise 500 Schalter haben. Aber halt, da ist son Kerl in Uniform, der hat bestimmt Ahnung. "Alitalia, einfach hier den Gang lang und dann links abbiegen." - "Super, danke!" Den Gang lang, dann links abbiegen.....hier ist kein einziger Schalter.....oder.....da hinten, ja! Dahin, da kommt wieder wer in Uniform: "Hier sind sie falsch!" - "???" - "Hier wird nur geboardet, Sie haben ja noch Gepack, kann also nicht sein das Sie hier hin wollen." Er hatte ja recht. Und er wuste auch wo ich wirklich hin mus. Endlich das Gepaeck loswerden. Die Dame am Schalter war auch sehr nett, wusste nur nicht ob ich die Gitarre wirklich als Handgepack mitnehmen darf oder nicht. Aber ihr Chef wusste Beschied, sie schob dann noch ein "aber nur wenn die Crew nix dagegen hat" nach - ich hab nicht so ganz verstanden was sie damit meint, soll ich etwa wenn die Crew dann doch was dagegen hat nochmal zurueck zum Schalter und die Gitarre noch abgeben? Wie soll denn das gehen, dann wurd ich ja das Flugzeug verpassen. Aber naja, wird schon gehen. Dann hatte ich erstmal drei Stunden Zeit, Zambaga war leider auch nicht da, also habe ich mir ein Buch gekauft und mich in ein Kaffee gesetzt und total ueberteuerten Orangensaft getrunken. Danach war eigentlich alles einfach, Waffen oder aehnliches hatte ich nicht dabei, so das die Kontrolle kein Problem war, zu schwer war mein Handgepack auch nicht. Zumindest nicht viel zu schwer, sie haben nichts dazu gesagt. In den Flieger ging es dagegen erst viel zu spaet, ich glaube er ist erst zu spaet in Frankfurt gelandet. Ein Bus hat uns in stroemenden Regen zum Flugzeug gebracht.

Das einzige Crewmitglied hat sich dann doch sehr ueber die Gitarre aufgeregt. Nicht weil sie zu lang ist, sonder weil sie zu breit ist. Uber die Breite steht in den Befoerderungsbedingungen nichts. Leider konnte er deutsch, so das ich mich nicht einfach dumm stellen konnte. Nach kurzer Zeit und hat er dann einen anderen Fluggast umgesetzt, so das meine Gitarre sich an ein Fenster lehnen konnte.

Da Regen war waren naturlich auch Wolken, dementsprechend leider nichts zu sehen aus dem Flieger. Sobal wir die Alpen ueberquert hatten wurde es jedoch klar (zwar windig und daher hat das Flugzeug ordentlich gewackelt, aber das war nicht so schlimm, ich habe nur etwas Kaffee verschuettet) und ich konnte die tolle Aussicht geniesen.

Zu spaet gestartet, zu spaet gelandet - das fuehrte leider zu etwas Stress in Mailand, damit ich den Jumbo nach Narita nicht verpasse. Aber der hatte auch Verspaetung, also alles ok.

In der neuen Maschine war die Gitarre wie auch alles weitere ueberhaupt kein Problem, sie wurde einfach in einen Schrank gestellt und gut war. Es gab viele Essen zur Auswahl, waren auch einigermassen lecker, fast direkt danach wurden alle gebeten die Fenster abzudunkeln, damit man schlafen kann. Ich hab auch etwas geschlafen (Mittagsschlaf nach deutscher Zeit, Nacht nach japanischer), bin irgendwann wieder aufgewacht, trinken und Film schaun, wieder schlafen bzw. doesen, wieder trinken ...... dann wurde es Morgen (nach japanischer Zeit), es gab Fruehstueck, dann landeten wir. Alles in allem nicht besonders spannend.

In Tokyo dann 29 Grad mit 80-90% Luftfeuchtigkeit - ich wurde fast erschlagen. Einreisepapiere, Gepaeck, Zoll, alles kein Problem, die Leute hier sind alle sehr nett und hilfsbereit, und die im Flughafen koennen auch zumindest einigermassen Englisch sprechen. Der Zollbeamte hat mich sogar noch gefragt ob ich wuesste wie ich den vom Flughafen aus weiterkomme und ob er mir helfen soll und so; mein Gepaeck hat ihn eigentlich garnicht intressiert. Aber ich wurde ja abgeholt, also kein Problem. Direkt nach dem Ausgang vom Zoll stand dann auch schon ein Anzugtraeger mit einem Schild mit meinem Namen (in Romaji, also "unserer" Schrift, auch daran haben sie gedacht), der sich mir mit "I'm Nihon Univeristy" vorstellte...direkt danach endeten seine Englischkenntnisse auch schon, aber das machte nichts, er hat mich dann zum Taxi und mit diesem zu meiner Wohnung gebracht. 14 000 \ (ca 95 €). Uebernimmt selbstverstaendlich die Uni. Gastfreundschaft ist hier echt was andres als in Deutschland. Auch die beiden Supervisor aus dem International Office, die mir nach der Campusfuehrung noch einen kleinen Laden auf dem Campus gezeigt haben weil sie meinten dass ich ja was braeuchte konnte ich selbst mit sanfter Gewallt nicht davon abhalten die Lebensmittel fuer mich zu bezahlen...

Die naechsten Tage habe ich dann mit Zeitumstellung, schlafen und Umgebung erforschen verbracht, viel Intressantes gibt es nicht zu berichten. Nur dass Japan irgendwie in einer seltsamen Zeitzone untergebracht ist: Die Sonne geht hier um 5 morgens auf und abends um 7 unter...und beides geht sehr schnell, es ist mir mehr als einmal passiert dass ich im hellen in ein Geschaeft gegangen bin und im dunklen rauskam - was nicht daran lag dass ich lange eingekauft haette.

Marcus & Torsten

Die beiden kommen an ... irgendwann spaet abends ... aber wie schon erwaehnt wird sich blendend gekuemmert, auch sie werden mit dem Taxi abgeholt und bis zur Wohnung gebracht, es steht sogar ein "Mitternachtssnak" sowie etwas fuers Fruehstueck bereit. Wir freuen uns jetzt alle in Japan zu sein und stossen mit echtem japanischen Bier an, aber schon kurz darauf gehts ab ins Bett, durch ihren Aufenthalt in Singapur haben Torsten und Marcus zwar kein Jetlag mehr, aber sie waren die letzten Studen auch viel auf Achse.

Viel mit Ausschlafen war aber nicht am naechsten Tag, schon um 10:00 morgens haben sich Marcus und ich mit Fr. Shinohara, Hr. Mori und Bastian (dem Darmstaedter, der das Jahr vor uns hier war) getroffen um unsre Auslaenderausweise und eine japanische Versicherung zu beantragen. Japanische Aemter sind etwa wie deutsche, nur dass die Menschen hoeflicher und freundlicher sind (dafuer kann man sie nicht verstehen, auch auf dem "Auslaenderamt" konnte fast niemand Englisch) und die Formulare noch komplizierter sind. Ich habe leider den Fehler gemacht und meine Heimatadresse mit Umlaut geschrieben...aber dank der Hilfe der japanisch sprechenden unter uns konnten wir das Problem erklaeren und loesen.

Den Abend dann waren wir zum Glueck nicht mehr so muede und konnten jeweils unseren Einstand in Japan geben. Allerdings nicht in einer Kneipe (Memo an mich selbst: nahegelegene Kneipe suchen) sondern einfach bei uns im Zimmer.

09/01 ~ 09/11

Erster bis Elfter September

Diesen Zeitraum werde ich etwas zusammenfassen ... was nicht daran liegt dass ich schreibfaul bin oder so *g*

Wir haben unseren persoehnlichen, mathematischen Supervisor sammt seinem Buero kennengelernt, er hat uns auch vielen anderen aus dem Fachbereich vorgestellt (japanische Namen kann ich mir noch schlechter merken als die gewohnten, europaeischen) und uns auch die Umgebung vom Surugadai-Campus (wo die Mathematik sitzt) gezeigt - inklusive Restauranttipps ;) Ansonsten haben wir drei uns haeufig getroffen und alles das angeschaut, was jeder Tokyo-Tourist unbedingt sehen muss:

- Karaoke ein absolutes Muss fuer jeden
- Shibuja ein lebhaftes Stadtviertel mit vielen Geschaeften und der beruehmten Kreuzung
- Kaiserpalast auch wenn man nicht rein kann, muss man gesehen haben ... und wir joggen regelmaessig drum rum
- Shinjuku Einkaufs- & Partyviertel sowie viele Wolkenkratzer
- DDR DanceDanceRevolution - hier stellvertretend fuer die vielen verschiedenen Moeglichkeiten zu daddeln
- Akihabara wohl DAS Viertel fuer alle die gerne Elektronik und aehnliches moegen
- Onsen ein Bad mit einer heissen Mineralquelle, sehr entspannend

Dazu kamen natuerlich auch noch die Sachen die sonst noch zu tun waren, die besten Einkaufsmoeglichkeiten herausfinden, Japanisch lernen, sich nach Sportkursen erkundigen, verschiedene Proffessoren kennenlernen und unser Matheseminar besprechen usw. Langweilig war mir jedenfalls nie.

Sprachtest und -schule

Auch wenn beides zeitlich auseinanderlag, fass ich es zusammen

Der Sprachtest war zimlich hart ... nach vielen japanischen Erklaerungen (ich habe kaum ein Wort verstanden, ich glaube es ging um die Sprachschule allgemein, wie die Kurse zusammenpassen und aehnliches, spaeter haben wir aber noch Zettel darueber auf englisch bekommen, ich muss also nicht befuerchten alles falsch zu machen) ging es dann los: "Zunaechst 60 Minuten Hoerverstaendnisstest" Ich dachte erst da stimmt doch was nicht, aber es stimmte doch. Anfangs konnte ich noch einiges verstehen und daher auch richtig loesen, nach kurzer Zeit allerdings hatte ich keine Chance mehr. Auch bei der nachfolgenden Stunde schriftlicher Test ging es mir so, der Anfang der Aufgaben war noch ok, sehr schnell ging es allerdings nicht mehr. Waehrend des schriftlichen Teils war auch ein Interview, also eine muendliche Pruefung. War eigentlich der angenehmste Teil, da er nur auf meinem Niveau ablief.

Letzlich kam raus dass ich zwischen A und B bin (es gibt Kurse von A bis E, wobei die letzten beiden keine neue Grammatik mehr beinhalten und auch nicht mehr mit Anwesenheitspflicht sind) -> und bin jetzt im A-Kurs. Auch wenn ich mich anfangs etwas darueber geaergert habe, da waere ich auch `reingekommen wenn ich in Deutschland noch nichts gelernt haette, war es gut: B-Kurs ist doch ein hoerers Niveau als ich bin, und so habe ich in meinem Kurs anfangs etwas mehr Luft und kann daher alles nochmal und gruendlicher lernen. Im Nachhinein gesehen ist aus den Darmstaedter Kursen nicht viel haengengeblieben, ich habe zwar schon grundlegende Ahnung aber so richtig tiefes Verstaendniss kommt haufig doch erst hier auf.

Der Unterricht an sich ist sehr hart: Wir brauchen fuer eine Lektion aus dem Buch etwa 2 Tage (in Darmstadt fuer den gleichen Stoff etwa anderthalb Monate). Das beinhaltet auch jeden zweiten Tag einen Vokabeltest ueber jeweils ca 50 neue Vokabeln. Dazu kommen fast jeden Tag ein Diktat (in Kana, also den beiden "einfachen" japanischen Alphabeten) und insgesammt 5 Grammatiktest. Und das ist nur der Kurs. In der Kanjiklasse (Kanji sind die Zeichen aus dem grossen japanischem Zeichensystem mit ~30000 Zeichen) kommt jede Woche ein weiterer Test hinzu. Und dann mache ich noch Konversationsklassen, also Treffen mit "echten" Japanern zum Reden ueben - sehr anstrengend, macht aber Spass, die Leute dort sind gut drauf und es bringt auch was. Reden koennen ist ja der Hauptgrund warum man eine Sprache lernt, denk ich mal.

Da alles eben beschriebene natuerlich auch gelernt werden will und wir Hausaufgaben aufhaben bleibt mir zumindest unter der Woche nicht viel Zeit um Tokyo weiter zu erkunden. Aber wir versuchen trotzdem moeglichst viel zu unternehmen, und ich finde es gelingt uns auch ganz gut. Aber davon spaeter, ich muss jetzt los zum Aikido, das habe ich statt Judo hier angefangen, und gefaellt mir :-)


Rhöndorf, 26.8.2006 -> noch dreimal schlafen!

So, endlich kann ich beginnen von dieser meiner Homepage zu reden ohne Angst haben zu mEsen daß ich mich lächerlich mache: Es gibt jetzt Bilder! Ich habe zwar ganz schön lange gebraucht, aber da ich jetzt Skripte dafE geschrieben habe (vor allem dafE habe ich viel Zeit gebraucht *schäm*), wird es die kommenden Male viel schneller gehen. Versprochen. Und es werden in Zukunft wohl viele neue Bilder kommen.

Was ist ansonsten passiert? Ich war zweimal in DEseldorf beim japanischen Generalkonsulat und bin jetzt stolzer Besitzer einer Aufenthaltsgenehmigung. Außerdem hat die NU geschrieben und mir/uns Informationen Eer mein Wohnheim zukommen lassen. Klingt gut, was da so steht. Allerdings steht nicht sooo viel da, ich bin also mal gespannt wie's denn wirklich wird. Und abholen wollen sie mich auch am Flughafen, sogar einen Plan vom Flughafengebäude mit dick eingezeichnetem Treffpunkt habe ich bekommen.
Markus und Torsten sind schon in Singapur, genießen da noch ein paar Tage Urlaub, bevor sie dann Mittwoch auch nach Tokyo kommen. Ich freue mich schon.


Rhöndorf, 9.8.2006

Nach einer Menge zu tun und wenig Zeit geht es jetzt weiter: Die Domain ist registriert (Dank an AleX), ich kann also endlich fertig werden. Wobei das "endlich" viel mehr an mir liegt, ich habe sträflich lange nichts gemacht. Mußte Umziehen und hatte daher meinen Rechner einige Zeit abgebaut. Danach war ich noch eine Woche mit den Maltesern zelten -> war super!

....und jetzt die besten Nachrichten: Mein "ZairyEShikaku Nintei Shômeisho" ist da! Also das Zertifikat, daß bescheinigt, daß ich fE eine Aufenthaltsgenehmigung in Japan geeignet bin. Daß ist sehr schön. Jetzt muß ich nur noch damit zur japanischen Botschaft (bzw zum Generalkonsulat, aber egal), dann bekomm ich die Aufenthaltsgenehmigung - hoffe ich zumindest, aber mir fällt so aktuell kein Grund ein, warum nicht. Gleichzeitig ist auch die Zusage zu der Wohnung in Tokyo gekommen, ich halte sie und die Beschreibung derselben zwar noch nicht in den Händen, aber nach Insiderinformationen ist sie, ähm, sagen wir: Eer meinem Stand :) Es ist wohl ein Gastdozentenwohnheim, was fE mich als Gaststudent natElich ein großes Zuvorkommniß ist. Mal schaun was mir noch so alles geboten wird *g*

mit den Bilder gibt es noch ein paar Probleme, aber in naher Zukunft wird auch das funktionieren.


Darmstadt, 23.07.06

Gestern abend und heute also meine ersten Gehversuche fE die Japan-Homepage. Bis jetzt ist noch nichtmal die Domain registriert, aber ich habe einfach schonmal angefangen -> ich mußte auch schon ein paar Mal leise fluchen... Noch gefällt es mir nicht richtig, aber die ersten Grundsteine sind gelegt, der Rahmen steht.

Nebenbei packe ich all meine Sachen zusammen - ich hätte nicht gedacht daß in ein so kleines Zimmer soviel 'reingeht. Aber so nach und nach lichtet sich das Durcheinander, vieles ist schon in Kisten, Auto und Helfer fE morgen Abend sind mir zugesagt. Ich werde noch irgendetwas zu Essen und zu Trinken bereitstellen, dann sollte daß alles schon klappen.


www.cornelius-in-japan.de